Nun drängt sich mir der Wunsch auf Euch etwas über meine grossen Vorbilder, die meiner Meinung nach besten Opernsänger unserer Zeit und aller Zeiten auf zu zählen.Sänger der berühmten italienischen Belcanto Schule aus dem 19. und 20. Jahundert.

 

Enrico Caruso geb. am 25.02.1873 in Neapel, gestorben am 21.08.1921. war der berühmteste Tenor der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gilt als bedeutendste Figur der Opernwelt.

Caruso gilt heute in der Fachwelt als der großartigste Tenor aller Zeiten. Er wirkte unter anderem in den Uraufführungen von Fedora und La Fanciulla del West mit. Seine wohl berühmtesten Rollen waren der Canio aus Leoncavallos „I pagliacci“ und der Radames aus „Aida“. Caruso, dessen Repertoire 67 – auch der anspruchsvollsten – Partien umfasste, war schon mit Mitte 20 ein Star und sang in Mailand, Neapel, London und vor allem New York. In New York war er festes Mitglied des Ensembles der Metropolitan Opera, der er über viele Jahre (insgesamt 18 Spielzeiten) die Treue hielt.

Caruso war berühmt für seine warme, für einen Tenor sehr dunkle, baritonale Stimme und seine unübertroffene Bühnendarstellung. In einer Aufführung von La Bohème sang er für den plötzlich stimmlosen Bass die „Arie vecchia zimmarra“ so überzeugend, dass es im Publikum niemand merkte und er die Arie später sogar aufnahm. Das Volumen und die Weichheit seiner Stimme sind bis heute unerreicht. Sein Sängerformant wurde mit 2800 Hz festgestellt. Seine Partnerin Geraldine Farrar berichtet, wie sie das erste Mal mit Caruso auf der Bühne stand und vergaß zu singen, weil sie über die Schönheit seines Gesangs in Tränen ausbrach. Lina Cavalieri fiel ihm auf offener Bühne um den Hals und küsste ihn aus Begeisterung so leidenschaftlich, dass dieser Kuss als der erste „echte“ Bühnenkuss in die Annalen der Geschichte einging. Die, die ihn erlebt haben, beschrieben das Einsetzen seiner Stimme mit der warmen Macht einer Orgel. Caruso wollte unbedingt die Titelrolle des Rudolfo in La Bohème, und so wurde von seinem Manager eine private Aufführung für Puccini arrangiert. Der rief nach der Vorstellung aus: „Wer hat Sie mir bloß geschickt? Etwa Gott?“

Caruso begründete einen völlig neuen Gesangsstil, indem er den Belcanto der Anfangszeit hinter sich ließ und eine Art Verismus des Singens praktizierte, in dem nicht das schöne Abliefern an der Rampe im Vordergrund stand, sondern das Einswerden mit der dargestellten Figur. Nach ihm konnte niemand mehr zur alten Form des Singens zurückkehren. Bei seinen Gastspielen wurde Caruso mit Ehrenbezeugungen der gekrönten Häupter überhäuft, in Berlin sammelten sich 30.000 Menschen vor der Oper, um Caruso für eine Minute zu sehen. Caruso war ein Großverdiener der Opernszene und der erste, der Stierkampfarenen mit seinem Gesang füllte (im November 1919 in Mexiko-Stadt vor 25.000 Menschen). Caruso hält auch einen einsamen Rekord: In 17 Jahren, zwischen November 1903 und Dezember 1920, stand er 863-mal auf der Bühne der Metropolitan Opera (s. a. Metropolitan data base). Somit sang Caruso mehr Vorstellungen an der Met, als an allen anderen Opernhäusern weltweit.

Die Biographien, die über ihn geschrieben wurden, sind zahllos. Er hat die Schallplatte gemacht und die Schallplatte ihn. Caruso verband eine enge künstlerische Freundschaft mit Paolo Tosti und Giacomo Puccini, die viele ihrer Werke für ihn schrieben. Hoch begabt war Caruso auch als Karikaturist und Zeichner. Bekannt wurden die treffenden Karikaturen aus Carusos Hand. Caruso hat auch einige Lieder komponiert. Der Name und der Ruhm Carusos sind derart bedeutend, dass „Caruso“ bis heute ein Synonym für „Sänger“ ist – wohl die größte Ehrenbezeugung, die die Nachwelt einem Operndarsteller darbringen kann. Der italienische Sänger und Liedschreiber Lucio Dalla schuf 1986 eine moderne Hymne auf Caruso. Sein Lied mit dem Titel „Caruso“ wurde von zahlreichen Künstlern interpretiert. Eine der berühmtesten Versionen sang Luciano Pavarotti, allein diese Aufnahme verkaufte sich mehr als neun Millionen Mal.

Benjamino Gigli geb.am 20.03.1890 gestorben am 30.11.1957 in Rom.

Der Sohn eines Schuhmachers aus der Region Marken erlernte das Singen im örtlichen Kirchenchor und verdiente sein erstes Geld als Ladengehilfe. Er spielte auch Saxophon und fand schließlich einen Lehrer, der ihm auf Kredit Gesangsstunden erteilte. Als er während des Ersten Weltkrieges zum Militärdienst einberufen wurde, sorgte ein Vorgesetzter dafür, dass er seinen Dienst statt im riskanten Kriegseinsatz in einem Lazarett ableisten konnte, und vermittelte ihm den Kontakt zu dem berühmten Tenor Alessandro Bonci. Bis zum Sommer 1914 erhielt Gigli dann eine Ausbildung an der bedeutenden Accademia di Santa Cecilia in Rom.

Im Anschluss gewann Beniamino Gigli den ersten Preis in einem Gesangswettbewerb in Parma. Sein Operndebüt folgte am 15. Oktober 1914 in Rovigo mit der Partie des Enzo in Amilcare Ponchiellis La Gioconda, die im November 1918 auch als Schallplatte eingespielt wurde. 1915 sang er in Neapel die Partie des Faust in Arrigo Boitos Mefistofele. Berühmtheit erlangte Beniamino Gigli ab 1918, als er unter Arturo Toscanini erstmals an der Mailänder Scala sang. Nach seinem Debüt an der Metropolitan Opera in New York am 26. November 1920 machte er sich mit seinen Interpretationen eines sehr breiten Spektrums von italienischen Opern einen Namen. Besonders eingeprägt hat er sich dem Publikum jedoch mit seiner Interpretation der Partie des Rodolfo in Giacomo Puccinis La Bohème und der Titelpartie in Umberto Giordanos Andrea Chénier.

1932 verließ Beniamino Gigli die Met und kehrte nach Italien zurück, wo er ab Mitte der 1930er Jahre auch in Spielfilmen auftrat. Dass Benito Mussolini ihn als Sänger besonders schätzte, rief zwar Kritik hervor, fügte seinem Ruhm jedoch keinen dauerhaften Schaden zu. Nachdem er sich während des Zweiten Weltkrieges von der Bühne zurückgezogen hatte, trat er ab 1945 wieder mit großem Erfolg auf. In den letzten Lebensjahren gab Gigli vorwiegend Konzerte; Opernauftritte wurden seltener. 1955 zog er sich ganz zurück und schrieb seine Memoiren. 1957 starb Beniamino Gigli in Rom an Lungenentzündung. Er erhielt das größte Begräbnis, das je einem italienischen Sänger bereitet wurde.